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Spuren aus der Zeit von 1940-1945

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Nicht nur durch den Rückbau, der von den Nationalsozialisten noch im Winter 1944/45 durchgeführt wurde, sondern auch durch die Nutzung als Lagerräume in den folgenden Jahrzehnten gestaltete sich die Suche nach baulichen Spuren der Tötungsanstalt relativ schwierig. Eine wesentliche Gefahr bestand darin, dass jede Mauer- und Bodenöffnung eine neuerliche Verletzung des Originalzustandes bedeutete – auch wenn sie ergebnislos blieb. Eine absolut gründliche Suche hätte also auch die totale Zerstörung des vorhandenen Zustandes bedeutet, weshalb im Zweifel Eingriffe unterlassen wurden.

Ein Großteil der gefundene Überreste der Euthanasie-Einbauten wurde konserviert und ist in den Gedenkräumen  sichtbar.

Manche Details mussten aber der Erschließung der Räume für BesucherInnen oder auch – bei aller Zurückhaltung – der künstlerischen Gestaltung weichen. Dazu gehören insbesondere die Halterungen des Rohres, durch das die Gaskammer mit dem tödlichen Kohlenmonoxid befüllt wurde. Diese Halterungen waren beim Rückbau unter dem dünnen Betonestrich erhalten geblieben.

Foto: Rohrschelle im ehemaligen Gasraum       Foto: Rohrschelle im ehemaligen Gasraum

 

Die Durchführung des Gasrohres konnte ebenso freigelegt werden, wie die 1939/40 eingebaute Wasserleitung. Die Entwässerungsöffnung des Leichenraumes war mit rotgefärbtem Beton verschlossen, der im Zuge der Spurenfreilegung entfernt werden musste.

Foto: Gasrohr im ehemaligen Gasraum       Foto: Abfluss im ehemaligen Totenraum

 

Aus der Kombination von Beobachtungen in Bodenöffnungen und an Türöffnungen ergab sich eine schlüssige Abfolge der Umbaumaßnahmen, die freilich noch so manche Detailfrage ungeklärt ließ.

Foto: Türstock im ehemaligen Leichenraum      

 

Ein vorerst unlösbares Problem stellte die Erhaltung des (vorgefundenen) Originalzustandes bei gleichzeitiger Öffnung der Gedenkräume für BesucherInnen dar. Paradoxerweise erwies sich auch aus bauarchäologischer Sicht als schonendste Lösung ein radikaler Schnitt durch die Räume. Der Steg gewährleistet zudem Schonung und gewissen Schutz des Originalbestandes.

Foto: Steg durch die Gedenkräume

 

Spuren im Bereich des ehemaligen Krematoriums

Möglichen Überresten des Krematoriums galt von Anfang an besondere Aufmerksamkeit. Die im Verbrennungsraum vorhandenen, vermeintlich deutlichen Spuren im Betonboden erwiesen sich bei genauer Analyse als überaus schwierig zu interpretieren.

Der in mehreren Zeugenaussagen beschriebene haushohe Kamin in der Südost-Ecke des Schlosshofes ließ sich zur Überraschung der Fachleute weder am Boden noch am aufgehenden Mauerwerk nachweisen. Allerdings fangen sich im Hohlraum über einer abgehängten Decke des 1. Stockwerks starke Spuren von Rauchgasen, die für die Überbeanspruchung eines Kaminzuges charakteristisch sind. Der Kaminzug beginnt bei dem vermauerten Fuchs im Verbrennungsraum und könnte nach manchen Expertenmeinungen für den Betrieb des Krematoriumsofens ausreichend gewesen sein. Es gibt allerdings auch starke Indizien dafür, dass zusätzlich ein industrieüblicher Blechschornstein im Hof stand, der im Winter 1944/45 leicht und spurlos zu demontieren war.

Die späteren Grabungen an der Ostseite des Schlosses brachten eindeutige Beweise für den hastigen und radikalen Abbruch des Krematoriums zum Vorschein, darunter technische Teile und Asbesthandschuhe. Angeschmolzene Schamottziegel und vor allem massenhaft Schlackebrocken mit eingeschmolzenen Partikeln von Gebeinen ließen keine vernünftigen Zweifel mehr an der Herkunft des Fundmaterials zu.

Menschliche Überreste, die nach Zeugenaussagen durch Zermahlen der Rückstände aus dem Krematoriumsofen unkenntlich gemacht werden sollten, wurden nicht nur in mehreren Gruben befinden, sondern auch in bis zu 15 cm starken, flächigen Schüttungen. Sie wurden vom übrigen Fundmaterial getrennt geboren und später wieder bestattet. Das Gelände ist wurde zum Friedhof umgewidmet.

 

Foto: Ehemaliges Krematorium     Foto: Grabung beim Kamin des ehemaligen Krematoriums

 

Foto: Asbesthandschuh       Foto: Elektrik

 

Foto: Knochen in Schlacke       Foto: Knochenfeld

 

Foto: Knochen in Schütten

 

 

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