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Gedenkbuch Hartheim

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I. Ziel

Das Hauptanliegen des Projektes "Gedenkbuch Hartheim" ist die namentliche Erfassung der in Hartheim ermordeten Menschen. Wir wollen den Opfern ihre Identität zurückgeben, sie nicht in der Anonymität verschwinden lassen und den Angehörigen und Nachkommen bei der Suche nach den letzten Spuren ihrer getöteten Verwandten helfen.
Das Projekt wurde mit Unterstützung des Landes Oberösterreich und des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst im Jahr 1998 ins Leben gerufen. Die eigentliche Idee entstand anlässlich der Forschungstätigkeit in den Akten der Heil- und Pflegeanstalt Niedernhart. Die Bearbeitung dieser Akten zeigte, dass sich viele Opfernamen auch anhand von Sekundärquellen erfassen und somit identifizieren lassen.

 

II. Quellen

Während der Nutzung als NS-Euthanasieanstalt (1940–1944) war im Schloss Hartheim ein eigenes Standesamt eingerichtet worden. Ende 1944 wurden sämtliche Unterlagen, die während dieser Zeit entstanden waren, abtransportiert oder vernichtet.
Aus diesem Grund sind wir bei der Erforschung der Opfernamen im Wesentlichen gezwungen, auf vier Typen von Sekundärquellen zurückzugreifen: 1. Unterlagen der Heil- und Pflegeanstalten sofern sie noch vorhanden sind; 2. Aktenmaterial der Nachkriegsprozesse betreffend NS-Euthanasie; 3. Aufzeichnungen von Friedhofsverwaltungen; 4. Lagerbücher aus den Konzentrationslagern.

 

 

III. Forschungsstand

Die Opferzahl von Hartheim wird im Allgemeinen auf etwa 30.000 geschätzt. Obwohl sich diese Zahl auf eine relativ schwache Quellenbasis stützt, wird sie in der wissenschaftlichen Forschung anerkannt. Ziel des Projektes ist, diese Zahl möglichst exakt zu bestätigen oder zu korrigieren. Derzeit sind im Gedenkbuch etwa 23.000 Opfer erfasst. Aufgrund der fehlenden Primärquelle ist es uns aber völlig bewusst, dass die vollständige Erfassung ein unerreichbares Ziel bleiben wird. Viele große Anstalten konnten bereits aufgearbeitet werden, doch bildet die Tatsache, dass kleine Heil- und Pflegeanstalten heute teilweise nicht mehr existieren, ein nicht zu lösendes Problem. Auch wenn diese Pflegehäuser noch bestehen, sind die Akten vielfach nicht mehr vorhanden. Immer wieder tauchen Hinweise auf, dass Menschen direkt von zu Hause abgeholt wurden und kurze Zeit später tot waren. Diese Aussagen konnten bis heute anhand von Quellen nicht belegt werden. Die Spur dieser Menschen verliert sich mit dem angeblichen Abtransport. Vielfach tauchen von verschiedenen Forschern unterschiedliche Opferzahlen auf. Eine Erklärung dafür liegt im Heranziehen unterschiedlicher Quellen. Letztlich stellt sich auch aufgrund der teilweise schlechten Quellenlage bei den bereits erfassten Daten die Frage, ob die Ermordung wirklich in Hartheim stattfand.

 

 

IV. Nutzung

Der primäre Adressatenkreis des Gedenkbuches sind einerseits Opferangehörige und andererseits wissenschaftliche ForscherInnen. Da im Datenschutzgesetz 2000 Krankenakten als "sensible Daten" eingestuft werden, die besonderen Schutz genießen, gibt die Dokumentationsstelle Opfer-Daten grundsätzlich nur an die oben erwähnten Gruppen weiter. Beim Gedenkbuch Hartheim handelt es sich um eine Datenbank mit unterschiedlichen Möglichkeiten der Recherche, z.B. nach Name, Wohn- oder Geburtsort.

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